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Ein Gespenst geht um in Bayern:

das gewerkschaftspolitische Seminarprogramm

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, manchmal muss auch ein guter Vortrag her. Deshalb gibt es selbstverständlich 2019 wieder zahlreiche Angebote zu gesellschaftskritischen Themen. Hier eine Übersicht.

26. Januar: Gesellschaftliche Krisendynamiken und politischer Rechts(d)ruck

Das Seminar gibt einen Überblick über politische und ökonomische Verschiebungen, die den gesellschaftlichen Krisendynamiken, der Vertiefung globaler Spaltungs- und Konfliktlinien und den Krisenreaktionen von rechts zugrunde liegen.

Seit 2008 lassen sich im globalen politischen Klima zunehmende autoritäre, nationalistische und rassistische Verschiebungen feststellen. Begünstigt werden sie durch miteinander zusammenhängende ökonomische, soziale, öko­logische und geopolitische Krisendynamiken sowie durch eine verschärfte Konkurrenz um die Verteilung der Krisenlasten. Trotz verbaler Abgrenzungen vom ‚Rechtspopulismus‘, prägt dieser Trend vermehrt auch die Politik der ‚Mitte‘.

Das laute Bereden der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘, die sicherheitspolitische Aufrüstung gegen ‚Fremde‘ und ‚Gefährder‘ und eine Renationalisierung staatlicher Interessenpolitik überlagern auch in Deutschland die politische Auseinandersetzung mit den Ursachen globaler Kriseneskalationen. Zugleich vertiefen sie soziale Spaltungen, für deren Bearbeitung tragfähige Strategien fehlen.

Die Krisen der Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialsysteme, die fortschreitende Desintegration der EU – zu der gerade auch die Politik des Krisenexporteurs Deutschland beiträgt –, die sich abzeichnende Klimakatastrophe und weltweite Fluchtbewegungen haben geteilte Hintergründe. Sie liegen in jenen globalen Wirtschafts-, Wachstums- und Konsummodellen, von deren Nettobilanz Deutschland weiter profitiert und an die unsere alltäglichen Lebensgewohnheiten und Orientierungen geknüpft bleiben. Eine Auseinandersetzung mit den Ursachen steht hier vor globale Aufgaben, die durch nationalistische Rhetoriken, projektive Abwehrkämpfe oder Stellvertreterkriege nur verdrängt, aber nicht gelöst werden.

Das Seminar gibt einen Überblick über politische und ökonomische Verschiebungen, die den gesellschaftlichen Krisendynamiken, der Vertiefung globaler Spaltungs- und Konfliktlinien und den Krisenreaktionen von ‚rechts‘ zugrunde liegen. Zugleich sollen Ansatzpunkten für mögliche Gegenstrategien und sozialpolitische Alternativen sondiert und diskutiert werden.

Referent: Dr. Tino Heim, Sozialwissenschaftler, Institut für Soziologie der Technischen Universität Dresden

Anmeldeschluss: Freitag, 18. Januar 2019
Seminarbeginn: Samstag 26. Januar 2019, 10:30 Uhr
Seminarende: Samstag, 26. Januar 2019, 17:00 Uhr
Teilnahmebeitrag: 5 Euro
Seminarort: Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg
Anmeldung: